Vereins-Chronik des Frankfurter Karneval-Verein 1911
und seiner „MAA-GARD“ –
Ehrengarde des Frankfurter Karneval
Am 28. Januar 1911, „dem Carolustage“, wo das herrlich würzige Carolus-Bier zum Ausschank kam, wurde von fünf jungen echten Freunden des Stammtisches „Innung“;
Heiner Rink – Kari Kraus – Josef Schramm – Robert Heimberger und Willy Nagel, in der Wirtschaft „Trefz“, Baumweg 9, der heutige Frankfurter Karneval-Verein 1911 aus der Taufe gehoben.
Da der Tag ein Mittwoch war, beschloss man die neugegründete Gesellschaft „Mittwochsgesellschaft 1911“ zu benennen. Zu den Vereinsfarben erkor man GELB – ROT – WEISS. Zweck dieser Gesellschaft war die Pflege der Freundschaft und Geselligkeit, wie schon aus dem Namen hervorging an einem bestimmten Wochentag, sowie bei den möglichsten Gelegenheiten und an den Wochenenden gemeinsamer Wanderungen, Ausflüge und Zusammenkünften.
Bereits am Sonntag, dem 12. Februar 1911, wurde in der Gaststätte „Zum Schlesinger Eck“ der Erste Kappenabend abgehalten. Heiner Rink fungierte als 1. Vorsitzender, Präsident und Protokoller.
Am 11. November 1911 erfolgte die erste gut gelungene Veranstaltung; zur Eröffnung der närrischen Kampagne 1911/1912 in sämtlichen Räumen der Gaststätte „Zum Schlesinger Eck“, Große Gallusstr. 2 a.
1912
Zum ersten Stiftungsfest der Mittwochsgesellschaft 1911 versammelte man sich am 28. Januar 1912 in den Räumen des „Steinernen Hauses“ und führte am 11. Februar 1912 in den gleichen Räumen einen Karnevalsrummel der Mittwochsgesellschaft 1911 durch.
1913
Mit Freunden und Gästen wurde am 26. Januar 1913 das zweite Stiftungsfest der Mittwochsgesellschaft 1911 durchgeführt.
Die Mitgliederzahl wuchs zusehends; und da man auch kein Kind der Trübsal war, wandte man sich mehr noch der karnevalistischen Idee zu und beschloss, die Gesellschaft in „Frankfurter Karneval-Verein 1911“ umzubenennen.
1914
Im Januar 1914 feierte man noch dem 3. Gründungstag und pflegte weiterhin die Geselligkeit bei jedmöglichen Veranstaltungen.
Doch dann geschah das, was dem jungen, aktiven Verein Grenzen setzte, denn dunkle Kriegswolken zogen auf und verhießen nichts Gutes.
Der Beginn des 1. Weltkrieges im August 1914 brachte die aufstrebende Vereinstätigkeit zum Stehen und ließ das Vereinsleben während des Krieges und den ersten Nachkriegsjahren weitgehendst Ruhen.
Aber der Idealismus und die Liebe zur Sache führte die Kappenbrüder wieder zusammen, ließ sie Not und Verluste vergessen und den Verein erneut zum Aufschwung kommen.
1921
Am 3. April 1921 fand die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Vereins im Karls-Haus, Seilerstr. 20, statt.
Das Wachstum des Frankfurter Karneval-Vereins 1911 ging in den folgenden 2oer-Jahren behutsam, aber stetig weiter. Heiner Rink – Josef Schramm – Kari Kraus und andere mehr hielten das Zepter fest in der Hand.
Trotz allem war es eine schwere Zeit, doch die Mitglieder standen treu zu Vorstand und Verein, und der Gemeinschaftssinn half, alle Hürden zu überwinden.
1928
Im März 1928 hat sich der „Hohe Rat des Frankfurter Fastnachtszuges“ entschlossen, am Fastnachtssonntag 1929 den ersten Frankfurter Fastnachtszug in diesem Jahrhundert durch die Frankfurter Straßen ziehen zu lassen. Die Temperatur von 20 Grad minus scheute die Frankfurter nicht, ihren Zug anzusehen.
1929
„Mer hawe e Kind aus de Dauf gehowe“. Der Präsident des FKV 1911, Lulu Zimmermann, stand am 12. November 1929 Pate, als das beliebte Mundartlied „Die Frau Rauscher aus der Klappergass“ aus der Taufe gehoben wurde, noch heute ist es Frankfurter Nationalhymne.
1930
Charly Münzel, ein immer gern‘ gesehener Freund des FKV 1911, gründete 1930 innerhalb der Großen Bornheimer Karneval-Gesellschaft „Die Stutzer“, die närrische Akademie „AKADEMIKA STULTIAE BORNHEIMENICA“. Mit dieser Professorenwürde wurde der Vorsitzende des FKV 1911 Heiner Rink und die Kappenbrüder Lulu Zimmermann und Albert Darmstädter für ihre verdienstvolle Arbeit im Frankfurter Karneval gewürdigt.
Die Weltwirtschaftskrise 1930 brachte der Fastnacht erstmal fast den Garaus, die wirtschaftliche Not wirkte sich in den folgenden Jahren auch auf die Saalfastnacht aus.
Dem Fastnachtstief aus wirtschaftlicher Not folgte nun nicht ein Aufschwung, wie vielleicht erwartet, sondern ein neues Tief, diesmal aus politischen Gründen.
1933
Mitten in die Vorbereitung zur „Notverordnungsfastnacht“ 1933 platzte der 30. Januar und Hitlers Machtergreifung. Den Narren wurde ein Maulkorb vorgehängt und nur kurze Zeit konnte der Narrhalla-Marsch noch die Tritte der marschierenden Kolonnen übertönen. Unter der Regie der N.S.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ wird ein „Frankfurter Karnevalbund“
gegründet, hierzu ist auch Otto Niesser vom FKV 1911 berufen. Bestimmend in allem sind jedoch die parteilichen Führungskräfte.
Der Bund richtet nun gemeinsame Großveranstaltungen im Hipodrom, Volkbildungsheim und Kongresshalle aus. 1936 wird der „Frankfurter Karnevalbund“ wieder aufgelöst, das war endgültig das Ende der freien Frankfurter Fastnacht.
1936
Am 25. Januar 1936 feiert der FKV 1911 im Steinernen Haus eine akademische Feier und am 17. Februar 1936 im Volksbildungsheim sein 25-jähriges Vereinsjubiläum. Es war eine Gala-Damen und Fremdensitzung, die unter der Leitung von Ministerpräsident Heiner Rink stand, es spielte die Kapelle der S.A. Brigade 49.
Damit tritt in unserer Vereinschronik für längere Jahre eine Pause ein, denn wieder zogen Kriegswolken am Firmament auf, viele mussten hinausziehen und das Vereinsleben ruhte vollends.
1939-1945
In der Zeit von 1939 bis 1945 haben wir viele Narrenschwestern und noch mehr Narrenbrüder verloren. Aber der FKV 1911 hat auch in dieser Zeit im Stillen weitergelebt; man hat sich gegenseitig unterstützt und geholfen, der gute Vereinsgeist ging nicht unter.
1948
Besonders schwer war ein neuer Start nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Das Abhalten von Festlichkeiten unterlag einer Lizenz; die meisten und größten Säle waren zerstört. Das gesamte Vereinsinventar und ein Großteil der Unterlagen waren verloren. Jedoch die übrig gebliebenen ließen sich nicht entmutigen. Die Frankfurter Vereine schlossen sich zusammen und stellten einen Festausschuss auf, dieser musste dann bei der Militär-Regierung ein Gesuch zur Abhaltung von Veranstaltungen einreichen.
Die Erlaubnis der Militär-Regierung wurde erteilt und Festausschuss-Mitglied „Philipp Kullmann vom FKV 1911“ zum Lizenzträger bestimmt.
Philipp Kullmann erreichte es auch, die Einzellizenz für den FKV 1911 zu erhalten und so konnte unter seiner Leitung mit den Arbeiten und Anschaffungen für Eigenveranstaltungen begonnen werden.
Schon im Januar 1948 wird das Ehrenmitglied des FKV 1911, Hugo Kühner, zum Vereinsprinzen „Hugo der Kühne“ gekürt.
Am 11. November 1948 hält der Elferrat des FKV 1911 zur Saisoneröffnung Einzug im Volkbildungsheim und am 9. Januar 1949 findet allhier die erste Damensitzung des FKV 1911 statt.
Nun war das Eis gebrochen, mit Idealismus – Tatkraft und zähem Willen ging es nun wieder aufwärts. Mit zwischenzeitlicher Kontakthaltung mit Frankfurter und auswärtigen Vereinen wie Bad Soden – Usingen und Oberursel endet die Kampagne 1948/49.
1949
Am 18. Juni 1949 trafen sich in der Gaststätte „Schützenhof“ auf der Bergerstraße auf Vorschlag von Kappenbruder Karl Lurker die Vertreter von 10 Frankfurter Karneval-Vereinen, hierunter auch der FKV 1911, vertreten von Heiner Rink und Willi Bender.
Der Grundgedanke dieses Treffens war die Gründung einer Dachorganisation der Frankfurter Karneval-Vereine. Hiermit war der Weg zur Gründung des „Großen Rates“ beschritten.
Am 1. August 1949 kamen bei einem Treffen noch 11 weitere Vereine dazu und der „Große Rat“ wurde gegründet. Die Führung übernahm Fritz Stein vom C.C. „Meenzerhof“, Sindlingen, und er wurde von der Versammlung zum 1. Präsidenten ernannt. Karl Linker übernahm das Amt des Vize-Präsidenten.
Zur Eröffnung der Kampagne 1949/1950 im Ratskeller der Stadt Frankfurt am Main überraschte der FKV 1911 seine Mitglieder und Gäste mit einer originellen Zunftsitzung. Wo sonst der närrische Elferrat thronte, sah man Handwerker vieler Branchen; den Vorsitz führte der Präsident Lulu Zimmermann als Schmied, allgemeine Resonanz war – eine gelungene Veranstaltung, vor allem erstmals für Frankfurt am Main.
1950
In den Januartagen 1950 residierte Präsident Heiner Rink bei der großen Prunksitzung des FKV 1911 im Volksbildungsheim in den Restaurationsräumen, weil, es lief wieder ein buntes, frisches Elferprogramm über die Bühne, gestaltet von den Aktiven des FKV 1911 Willi Bender – Albert Morgenstern – Hanni Göller – Reinhard Kleinhans – Hugo Kühner – Karl Weinreich – Kläre Führ sowie anderen Frankfurter- und Mainzer – Karnevalisten.
Am Faschingssonntag, dem 19. Februar 1950, führt der FKV 1911 eine Kappenfahrt durch Frankfurt mit dem Endziel Bad Soden durch.
Eine Autokette von 10 Fahrzeugen, geschmückt mit den Farben des Karnevals, schlängelt sich in langsamer Fahrt durch die Straßen der Stadt, mit anschließender Beteiligung bei der großen Prunk-Gala- und Fremdensitzung des Bad Sodener Karneval-Vereines im festlich geschmückten Kurhaussaal.
Die Saison 1949/50 endet mit dem Ordensfest der Elfer im Restaurant „Weil“, auch hierbei lief ein buntes Programm über die Bühne mit dem Auftritt von Wilma Schramm als Tanzmariechen. Erstmals wurde das Großkreuz des FKV 1911 verliehen, dass Hugo Kühner dem 1. Vorsitzenden und Ehrenpräsidenten Heinrich Rink überreichte.
Der FKV 1911 hat zu seinem 40-jährigen Bestehen eine Reihe großer Fremdensitzungen – Maskenbälle und sonstiger spezieller Überraschungen vorgesehen.
Die Jubiläumstage werden am 18. November 1950 mit einer großen akademischen Feier in der Aula des „Philanthropin“ eingeleitet.
Auf der prächtig dekorierten Bühne wurde eifrig geehrt und gratuliert. Die Kapelle der Schutzpolizei, Rudolf Gonszar von den Städtischen Bühnen, das Kaiserquartet und das Tanztrio des FKV 1911, Wilma Schramm, Jäger, Semmler, gestalteten ein unterhaltsames Programm.
1951
Am 07. Januar 1951 folgte im überfüllten Saal des „Philanthropin“ eine feierliche Jubiläums-Damen- und Fremdensitzung unter Mitwirkung von Prinzessin „Liselotte“ von Frankfurt am Main mit Hofstaat.
Es folgte die erste Prunksitzung am Mittwoch, dem 24. Januar 1951, in der Gaststätte „Weil“. Das diese Prunksitzung des FKV 1911 im Jubiläumsjahr just auf einen Mittwoch fiel, war kein Zufall, denn aus einem Kreis fröhlicher Stammtischbrüder, der sogenannten „Mittwochsgesellschaft“, ging der Verein hervor.
Besondere Programm-Sensationen bei dieser Veranstaltung: „Hilde Morgenstern“ legt einen rassigen Schautanz auf die Bretter.
Die Hauptattraktion zum 40-jährigen Bestehen des FKV 1911 „Narrhalla-Schloss im Zirkusbau – Die Nächte der Dreitausend“ – „5 Tage FKV 1911 im Althofbau“ – große Faschingsveranstaltungen vom Freitag, dem 02. Februar 1951 bis Dienstag, dem 06. Februar 1951.
Der Direktor des Althofbaues, Erhardt Plath, stellt dem Jubelverein die Narrhalla zur Verfügung. 50 Mann arbeiten Tag und Nacht, damit die „tollitätische“ Verwandlung rechtzeitig fertig wird. 18 km farbiges Krepppapier, 3.200 m Lattenholz und vieles mehr wird aufgeboten, um den Zirkusbau in die prächtige Narrhalla zu verwandeln.
Bühne und Foyer erscheinen als Motive von Römerberg und Alt-Frankfurt mit Eisernem Steg. Vor der Bühne entsteht ein Tanzparkett von 13 m Durchmesser. Unter der Kuppel schwebt ein 5 m langer Papagei, der sich bei den Büttenredner – Pointen bemerkbar macht und ab und zu ein Luftballon-Ei legt.
Draußen, im sogenannten „Reitergang“, befinden sich Schießbude und Tombola-Stand.
Der Karnevalistische Reigen beginnt am Freitag, dem 02. Februar 1951, mit einer feucht-fröhlichen Damensitzung, zu der alle Frankfurter Karneval-Vereine eingeladen sind.
Am Sonnabend, dem 03. Februar 1951, steigt ein großer Maskenball, der Urwald-Fluidum atmen wird, und den sambafreudigen Narren genügend Tanzgelegenheiten bietet. Die Garderoben rund um den Innenraum werden als Bars zu spritzigen Flips und „Gut-Stuß-Cocktails“ Mut machen.
Sonntag, der 04. Februar 1951, beginnt um 15.11 Uhr mit einer buntbewegten Kappenfahrt durch Frankfurt am Main, ausgerichtet vom FKV 1911, alle Vereine sind zur Mitwirkung aufgefordert.
Startplatz ist der Wendelsplatz und die Fahrt geht über: Darmstädter Landstraße – Dreieichstr. – Obermainbrücke – Sandweg – Bergerstraße – Vilbeler Str. – Schäfergasse – Zeil – Hauptwache – Biebergasse – Opernplatz – Mainzer Landstr. – Taunusanlage – Taunusstr. – Hauptbahnhof – Friedrich-Ebert-Str. – Zeil – Zoo zum Franz-Althofbau, wo um 17:00 Uhr ein fröhliches Faschingstreiben beginnt. Zehntausende sahen das Frankfurter Karnevalsschauspiel. Es war eine prunkvolle Karnevalsauffahrt, ein gelungener Versuch, Frankfurter Karnevalslethargie zu brechen, aber vergebens – sie standen da, stocksteif ohne einen Lacher, – „Die Frankfurter sind nun mal so!“
Die Prunksitzung am Rosenmontag, dem 05. Februar 1951, schlug alle Rekorde, bis auf den letzten Klappsessel war das weite Rund gefüllt. Prinzessin Lieselotte I. und Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb brachten ein Debüt in der Bütt.
Diese Prunksitzung wurde vor wieder vollausverkauftem Haus am Faschingsdienstag, dem 06. Februar 1951, wiederholt.
Mit dem Ordensfest am 03. März 1951 im Volksbildungsheim, wo reichlicher Ordenssegen floss, endete die offizielle Kampagne 1950/51.
Im September 1951 erscheint erstmals das vom FKV 1911 herausgegebene „offizielle Mitteilungsblatt“, später umbenannt in „Narrenpost“. Entworfen wird diese Vereinsschrift von den Mitgliedern Fritz Wissman und Erich Emrath. Erster Redakteur war Reinhard Kleinhans, dann fortgeführt von
Ehrenmitglied Curt Manhardt; nach dessen Ableben im Juli 1964 weitergeführt von dem Ehrenvorsitzenden Georg Schollmaier. Mitte 1967 wird die Narrenpost, teils aus Redaktions- und teils aus Kostengründen, eingestellt.
Die Damen des FKV 1911 haben sich Anfang der 50-er Jahre zu einem Damenkränzchen zusammengeschlossen und treffen sich allmonatlich einmal zu einem gemütlichen Nachmittag und Abend. Auch sie müssen als wesentlicher Faktor der FKV-Familie angesehen werden. Bei allen Vereinsveranstaltungen standen sie mit Rat und Tat zur Verfügung und legten wo nur möglich Hand an. Für den Zusammenhalt dieser Gruppe sorgten Betty Duft und Hanni Göller. Unser immer reger „Scholli“ fungierte als Verbindungsmann zwischen Damenkränzchen und Verein.
Circa im Jahre 1975, als die Hauptbezugspersonen schon verstorben oder zu alt waren, löste sich diese Gruppe auf.
Die Kampagne 1951/52 verläuft weiter im Aufwärtstrend und der FKV 1911 kürt aus seinem Mitgliederkreis Anita Schwaller und Willi Becker II. zum Prinzenpaar „Anita I.“ und „Willi I. von der der Eierbecksburg“.
1952
Erstmals bei der großen Gala-Damen- und Fremdensitzung am Samstag, dem 06. Januar 1952 im Ratskeller treten sie in die Öffentlichkeit.
Am Sonntag, dem 13. Januar 1952, veranstaltet der FKV 1911 eine große Prunksitzung im Heddernheimer Clubhaus, zu der drei Elferräte aufgeboten sind: zwei Elferräte des FKV 1911 – der „große und der kleine“ Rat, der 3. 11er-Rat kommt aus Ludwigshafen. Eine Großveranstaltung mit erstklassigem Programm und anschließendem Ball mit Tombola, Schießstand und sonstigen Überraschungen. Auch hier wieder als Krönung des Tages; das FKV 1911-Prinzenpaar „Anita I.“ und „Willi I.“.
Staatsbesuch empfängt der FKV 1911 bei seiner Prominentensitzung am 06. Februar 1952 im Volksbildungsheim. Mit großem Gefolge zieht Prinz „Ergo I.“ von Kronberg ein und bietet Prinzessin „Anita I.“ den Bruder- und Versöhnungskuss, um die alte Fehde von 1293 zwischen beiden Städten endgültig zu begraben.
Ansonsten finden auch in dieser Kampagne Maskenbälle im Volksbildungsheim sowie im Ratskeller und den Römerhallen statt.
Im Vorjahr hatte der FKV 1911 durch seine Kappenfahrt versucht, erstmals wieder nach dem letzten großen Fastnachtszug im Jahre 1929, die Frankfurter und ihre Vereine für das Wiederaufleben eines Fastnachtszuges zu begeistern.
Wohl gab es schon 26 Karneval-Vereine, man trat aber weiterhin auf der Stelle und verhielt sich passiv, auch beim Großen Rat der Frankfurter Karneval-Vereine.
So entschloss man sich beim FKV 1911 am Fastnachtssonntag, dem 24. Februar 1952, erneut eine Kappenfahrt durchzuführen.
Für sein Prinzenpaar – „Anita I. und Willi I. von der Eierbecksburg“ erstellte der FKV einen großen Festwagen. Die allgemeine Resonanz und Beteiligung der Vereine werden besser als im Vorjahr.
Die Kappenfahrt beginnt in Bornheim, geht bis zum Hauptbahnhof und endet auf dem Römerberg, wo anschließend im Ratskeller und den Römerhallen ein großer Maskenball abgehalten wird. Wo Erfolg ist, gibt es leider auch Neider, man macht dem FKV den Vorwurf, er wolle sich nur in den Vordergrund drängen; aber lasst die bösen Zungen reden, der FKV 1911 hat dem Frankfurter Gesamtkarneval damit eine Lanze gebrochen.
Zur 125-jährigen Wiederkehr der Errichtung des Bornheimers „Hohen Brunnens“ und zur 75-jährigen Eingemeindung Bornheims zur Stadt Frankfurt am Main fand am 07./08. Juni 1952 das große Bornheimer Brunnen- und Eingemeindungsfest statt. Ein großer Festzug am Sonntag, dem 08. Juni 1952, war der Höhepunkt der festlichen Tage. Auch hierbei war der FKV 1911 mit einer großen Grupp vertreten. An der Spitze die Senioren des FKV 1911, der „Große Rat“ des FKV, in offenen PKWs, dahinter die motorisierte Garde auf Motorrädern und am Schluss der große Prunk- und Festwagen des FKV mit Prinzenpaar Anita I. und Willi I. von der Eierbecksburg sowie dem „kleinen Rat“ des FKV 1911.
Gegen Ende 1952 tritt eine Änderung im Vorstand des FKV 1911 ein.
Der 1. Vorsitzende Willi Bender übernahm bereits im Sommer eine Anstellung in Rüsselsheim und muss die Vereinsgeschäfte abgeben, da die Mehrbelastung für ihn nicht mehr tragbar ist, er erklärt sich jedoch bereit, seine Funktion als Ministerpräsident des „Kleinen Rates“ beizubehalten. Satzungsgemäß übernimmt bis zur nächsten Generalversammlung der 2. Vorsitzende, Kappenbruder Alfred Schmidt, den Vorsitz des Vereines.
Ansonsten bleibt Willi Bender weiterhin seinem FKV treu, sehr aktiv und rege für Verein und Vorstand.
Die Eröffnung der Kampagne 1952/53 erfolgt offiziell mit der Eröffnungssitzung am Sonntag, dem 09. November 1952 um 16:11 Uhr im Ratskeller. Dieser Veranstaltung ging wie alle Jahre vorher eine Vereidigung voraus, die am 01.11. um 20.11 Uhr im Restaurant Weil stattfand.
Veranstaltungsmäßig war die Narrensaison 1952/53 wieder, wie in allen Jahren, voll ausgebucht. Es folgten:
• 31.12.1952 Silvesterfeier im Ratskeller
• 11.01.1953 Große Sitzung im Clubhaus Heddernheim
• 18.01.1953 Zunftsitzung im Ratskeller
• 31.01.1953 Maskenball im Volksbildungsheim
• 14.02.1953 „Fest der Maske“ im Ratskeller
• 16.02.1953 Rosenmontagssitzung im „Althoff-Bau“
• 17.02.1953 Kindermaskenball und am Abend Faschingskehraus im Volksbildungsheim
1953
Angeregt durch die Kappenfahrten des FKV 1911 von 1951 und 1952 fand am Fastnachtssonntag, dem 15. Februar 1953, wieder ein großer Frankfurter Fastnachtszug statt und sollte nun auch weiterhin weitgehendst beibehalten werden.
Auch zwischenzeitlich von Aschermittwoch bis zum 11. im 11. bleibt man in allen Jahren im Verein nicht passiv. Zu jeglichen Möglichkeiten werden Veranstaltungen ausgerichtet wie z.B. Tanz in den Mai, Sommerfeste, Vereinsausflüge, Wandertage, Oktoberfeste, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern. Allmonatlich finden außerdem Mitgliederversammlungen und nach der Kampagne die Generalversammlung statt. Bei der Generalversammlung 1953 übernimmt Jean Nies das Amt des 1. Vorsitzenden des FKV 1911. Für das Jahr 1953 stand für den FKV 1911 jedoch noch ein großes Ereignis
bevor. Wohl gab es in Frankfurt am Main bereits schon über 30 Karnevalvereine, jedoch keine bodenständige Garde war vorhanden. Da entschlossen sich die Mitglieder des FKV 1911, Willi Bender und Albert Morgenstern, auch hier eine uniformierte karnevalistische Truppe aufzustellen.
Am Sonntag, dem 19. April 1953, wurde in einer Sondersitzung im Vereinslokal Gaststätte Willi Götz, Bornheimer Landstr. 45, der Grundstein der Garde des Frankfurter Karneval-Vereins 1911 gelegt. Die Garde erhielt 1t. Beschluss der Sitzung den Namen „Maa-Gard“ des-Frankfurter-Karneval-Vereins 1911.
Zur Führung der „Maa-Gard“ wurden folgende Mitglieder des FKV 1911 von der Gründungsversammlung gewählt:
• Willi Bender, Kommandeur der Garde
• Albert Morgenstern, stellvertretender Kommandeur der Garde
weibliche Offiziere:
• Anita Schwaller
• Gertrude Gabler
• Hilde Morgenstern
männliche Offiziere:
• Willi Becker jr.
• Hans Göller
• Erich Emrath
Nachstehend aufgeführte Damen und Herren haben sich zur aktiven Mitarbeit innerhalb der „Maa-Gard“ des FKV 1911 zur Verfügung gestellt.
Weibliche Gardisten:
• Lilo Bender
• Hildegard Blecher
• Gerdi Kollmann
• Isolde Lindenfeld
• Ursula Nieser
• Wilma Schramm
• Sylvia Wiesemann
• Margret Würzberger
• Klara Zetzmann
Männliche Gardisten:
• Norbert Fahrnschon
• Hermann Kollmann
• Willy Lindenfeld
• Helmut Semmler
• Walter Schmidt
• Heinz Spohr
• Fritz Wiesemann
• Karl Würzberger
• K.Heinz Zetzmann
Kadetten Corps:
• Ursula Bornschlegeil
• Ursula Kirchstein
• Renate Nies
• Gertraude Würzberger
• Klaus Bornschlegell
• Volker Emrath
• Hugo Gabler
• Wolfgang Zetzmann
Dieses Kind des FKV 1911 war für unsere Vaterstadt eine Sensation und da man halt am „Maa“ zu Hause war, wurde es eben „Maa-Gard“ getauft.
Unser zu dieser Zeit amtierender Oberbürgermeister, Herr Dr. Walter Kolb, war von der Idee begeistert, er stand mit Rat und Tat sowie begeisterndem Idealismus unseren Gründern zur Seite. Wie groß die Schwierigkeiten zu diesem Unterfangen damals auch waren, trotzdem fanden die Gründer viele Freunde und Spender, ohne die eine Durchführung der Idee nicht möglich gewesen wäre. Ihre Namen sind in die goldenen Gardebücher eingetragen und somit der Nachwelt erhalten.
Das „Blaue Korps-Köln am Rhein“ und die „Prinzen und Prinzess-Garde – Rüsselsheim am Main“ übernehmen die Patenschaft für dieses neugegründete Korps, die „Maa-Gard“.
In der Gardesitzung am 17. Mai 1953 wurde das älteste Mitglied des FKV 1911, das Ehrenmitglied Wilhelm Schmidt, zum Ehrenkommandeur der „Maa-Gard“.
Herr Trautvetter von den Städtischen Bühnen entwarf die Uniformen und der Bornheimer Uniformschneider, unser 81-jähriger Ehrenkommandant Wilhelm Schmidt fertigte die Uniformen an.
Mit dem weiteren Ausbau der Garde geht das Jahr 1953 zu Ende, die allgemeinen Veranstaltungen werden jedoch nicht vernachlässigt.
1954
Am 1. Januar 1954 erfolgt der Erste Auftritt der Maa-Gard in der Öffentlichkeit.
Unter Vorantritt eines Trommlerkorps und eines Fanfarenzuges zog die schmucke „Maa-Gard“ des FKV 1911 vom Hauptbahnhof zum Römerberg, um dem Stadtoberhaupt die Neujahrsglückwünsche des FKV 1911 und seiner Garde zu übermitteln. Begeistert empfängt Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb in Begleitung des aus dem FKV 1911 hervorgegangenen Prinzenpaares, Prinz „Norbert I.“ und Prinzessin „Lilo I.“ die Garde, schreitet unter klingendem Spiel die Front ab, äußert sich sehr anerkennend über die Stramme Haltung sowie Wetterfestigkeit der Garde und lädt zum Umtrunk in die geheiligten Räume ein.
Am Sonntag, dem 03. Januar 1954 um 15:11 Uhr, steigt in der Kongresshalle eine Große Gala- und Fremdensitzung des FKV 1911 ausgerichtet als Erste Gardesitzung. Es war der erste Großauftritt der „Maa-Gard“ in der Öffentlichkeit, 25-Garden aus dem Bundesgebiet und zahlreiche Tollitäten waren erschienen.
Die Begrüßungsansprache hält Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb, außerdem tritt erstmals das neue Prinzenpaar des FKV 1911, Lilo I. und Norbert I., Ritter von der Weinburg zu Rebhausen, auf, im
Programm erscheint eine auserlesene Büttenprominenz wie Otto Höppner, Emil Schäfer, Karl Linker, Karl Weinreich u.a.m.
Vom FKV 1911 und seiner „Maa-Gard“ zugesagte Gegenbesuche bei befreundeten Vereinen und Garden erfolgen:
• am 09.01.1954 bei I. Langener Carneval-Gesellschaft 1948
• am 16.01.1954 bei Carneval Club Weisenau 1948
• am 24.01.1954 beim Rüsselsheimer Carneval-Verein e.V.
• am 30.01.1954 beim Homburger Carneval-Verein 1902 e.V.
• am 06.02.1954 beim Kaiser Quartett, Alt-Bornheim, Frankfurt
• am 07.02.1954 beim Karneval-Verein Rheinschanze, Ludwigshafen
• am 20.02.1954 beim I. Frankfurter Carneval-Club, ehemals Alte Bornheimer 1888
Am 30. Januar 1954 veranstaltet der FKV 1911 im Volksbildungsheim einen großen Maskenball, die Maa-Gard erscheint als Programmeinlage in voller Montur zu einer Stippvisite.
Erwähnenswert in der närrischen Zeit 1954 ist noch die Prunksitzung des FKV 1911 im Palmengarten, mit Stolz stellt auch hier der FKV seine Maa-Gard vor.
Bei der Generalversammlung 1954 übernimmt Georg Schollmeier das Amt des 1. Vorsitzenden des FKV 1911.
Außer den Vereinsveranstaltungen zwischen den Kampagnen nimmt die Maa-Gard noch weitere Termine wahr.
• am 04.07.1954 Beteiligung am Jubiläumsfestzug der Prinzess-Margot I.-Garde, Hochheim am Main
• am 18.07.1954 Mitwirkung im Festzug der Ranzengarde 1904 Offenbach-Bürgel
• am 04.09.1954 veranstaltet die Maa-Gard einen Manöverball, verbunden mit großem Bunten Abend, in der Stadthalle Rüsselsheim, mit vorheriger Werksbesichtigung des Adam-Opel-Werkes, Stadtrundfahrt und Konzert auf dem Marktplatz.
An Sonntag, dem 07. November 1954, wurde eine neues Ruderboot, des „Frankfurter Ruder Club 1884“ auf den Namen „Maa-Gard“ getauft.
Im Jahre 1954 wird auf Betreiben des FKV-Mitgliedes Dr. Adolf Brill ein „Reitercorps der Maa-Gard“ gegründet, welches am 01. Januar 1955 erstmals in die Öffentlichkeit tritt und lange Jahre als einziges karnevalistisches Reitercorps eine feste Formation der Maa-Gard ist, bis es sich im Jahre 1968 absondert und als eigener Verein „Die 13. Husaren“ selbständig macht. Auch das 1952 von Ludwig Döhren gegründete Bockenheimer Fanfarencorps schließt sich gegen Ende 1954 der Maa-Gard an. Es bleibt weiterhin eine selbständige Formation und wird im FKV 1911 als außerordentliche Mitglieder geführt. Unter der Leitung und Stabführung von Ludwig Döhren trägt es viel dazu bei, die Maa-Gard weit über die Grenzen unserer Heimatstadt hinaus bekannt zu machen. Die Trennung von diesem Corps und dessen Spaltung in drei neue Fanfarencorps erfolgte im Jahre 1966.
Mit einer großen Silvesterfeier, die der Kasse des FKV 1911 klingenden Erfolg brachte, endet 1954.
1955
Der Neujahrsaufmarsch am 01. Januar 1955 war gegenüber dem des Vorjahres bedeutend erweitert. Schon die Maa-Gard hatte sich durch Reitercorps und Fanfarencorps weitgehend vergrößert. Außerdem beteiligten sich: Herolde zu Pferde von der Schutzpolizei, ein Musikzug der Polizeikapelle
Frankfurt/M, die Prinzess- und Prinzengarde von Rüsselsheim mit Fanfarenzug, die Prinzengarde Heddernheim und die Prinzess-Margot-Garde, Hochheim. Der Zug begann diesmal in Alt-Bornheim am Hohen Brunnen, ging über Bergerstraße – Innenstadt zum Römerberg. Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb empfing die Garden und nahm die Neujahrsglückwünsche entgegen, schritt unter dem klingenden Spiel der Fanfarenzüge die bunte Front der Garden ab und lud anschließend zu einem Umtrunk in den Römer ein.
Hier wird Herr Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb vom Kommandeur der „Maa-Gard“ zum ersten Ehrenritter der Maa-Gard geschlagen. Der Oberbürgermeister ernennt die Maa-Gard zur Frankfurter Karnevals-Garde.
Diese Veranstaltung, der Neujahrsaufmarsch der Garden am 01. Januar, seit 1968 verlegt auf den 1. Sonntag im Januar, von der Maa-Gard 1954 ins Leben gerufen und ausgerichtet, bleibt 16 Jahre Tradition und wurde leider nach der Kampagne 1969/70 – teils bedingt durch den Frankfurter U-Bahnbau, Großteils wegen Desinteresse der Dachorganisation der Frankfurter-Karneval-Vereine – eingestellt.
Am 02. Januar 1955 fand die zweite Gardesitzung des FKV 1911 und seiner Maa-Gard statt. Der Präsident des Großen Rates „Karl Linker“ ernennt die Maa-Gard zur Ehrengarde des Frankfurter Karnevals. 17 farbenprächtig kostümierte Garden aus Frankfurt, Oberursel, Gelnhausen, Rüsselsheim, Hochheim, Speyer, Mannheim und Mainz nebst Vororten Ginsheim und Kostheim zogen feierlich zur „Premiere 55“ auf, die von der zur Ehrengarde des Frankfurter Karnevals avancierten „Maa-Gard“ in der Messegaststätte groß inszeniert worden war. Aus riesiger Fastnachtskiste krochen nacheinander Gardeprinz „Zetzmann“, Sänger Forkert sowie die tanzbegabten Rohrbachmädchen hervor, und dann startete, von Kommandeur Willi Bender beschwingt geleitet, ein vielseitiges Büttenpotpourri, in dem Humor, Tanz und Gesang ausgiebig zu Vorschein kamen.
Auch in dieser Kampagne bis Aschermittwoch, dem 23. Februar 1954, erfolgen noch jegliche Veranstaltungen des FKV 1911 und die Garde ist zusätzlich an jedem Wochenende unterwegs zum Besuch befreundeter Vereine und Garden.
Besonders zu erwähnen sei, dass am Fastnachtssamstag, dem 19. Februar 1955; mit der Erstürmung der Henninger-Brauerei der Grundstein der Rosenmontags-Erstürmungen und -Besuche gelegt wurde. Erstmals erfolgte ebenfalls am 19. Februar 1955 die Erstürmung des Römers mit Festnahme der Obrigkeiten.
In diesem Jahr fungierten als närrisches Prinzenpaar Prinz Walter I. (Walter Schaar) und Prinzessin Erna I. (Erna Kirchenbauer) und es wurden die freundschaftlichen Kontakte geschlossen zwischen dem FKV 1911 und seiner Maa-Gard mit Erna I. und ihrer Familie.
An Veranstaltungen außerhalb der närrischen Zeit ist 1955 erstmals zu erwähnen ein „Vaddertagsausflug“ nach Weilbach, dann erfolgte noch ein Pfingstreffen vom 28. bis 30. Mai 1955 in Aumenau an der Lahn.
Nachruf
am 28. Oktober 1955 verstarb Kappenbruder und Ehrenmitglied Josef Schramm, Mitbegründer und Förderer des FKV 1911
Am 05. November 1955 konnte der Kommandeur und Gründer der Maa-Gard, Willi Bender, sein 25-jähriges Karnevals-Jubiläum begehen. Die Feierstunde erfolgte bei buntem Programm im Frankfurter
Ratskeller. Die Gratulantenschaar von nah und fern nahm kaum ein Ende. Von FKV 1911 erhält Willi Bender den goldenen Ehrenring, erstmalig wird diese höchste Auszeichnung des FKV 1911 damit verliehen.
Außerdem wird der „Goldene Gardestern am Bande“ erstmalig an folgende verdiente Mitglieder der Garde verliehen:
1) Willi Bender, Kommandeur
2) Georg Schollmeier, I. Vorsitzender
3) Albert Morgenstern, Stellvertretender Kommandeur.
1956
Beim traditionellen Neujahrsaufmarsch der Garden am 01. Januar 1956, im Jahre der 100-jährigen Frankfurter Fastnacht, hat sich die Teilnehmerzahl schon vergrößert. Es beteiligen sich schon 4 Frankfurter Vereine, der Frankfurter Theater- und Carneval-Club, der erste Frankfurter Carneval-Club 1888, das Tanzcorps der Weißen Mützen und die Kameruner 1922.
Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb empfängt wie im Vorjahr die Gratulanten und nimmt die Glückwünsche entgegen.
Außer den laufenden Vereins- und Gardeveranstaltungen während der närrischen Tage 1956 erfolgt vom 17. bis 19. Februar 1956 eine Besuchsfahrt des FKV 1911 und seiner Maa-Gard in die Schweiz. Besucht werden „Die Fastnachtsgesellschaft – Zürich“ und die „Narrenzunft – Waldsee“. Bereits in der Gründungszeit der Maa-Gard gegebene Versprechen werden hiermit eingelöst. Am 29. Juli 1956 erfolgt ein dreitägiger Gegenbesuch der Schweizer Freunde und es wird eine Rheinfahrt arrangiert.
Am 01. August 1956 wird als neue Formation der Maa-Gard eine Senatorengruppe gegründet, man wollte hiermit älteren aktiven Mitgliedern des FKV 1911 und der Garde ermöglichen, am uniformierten Vereinsleben teilzunehmen. Ihre Bekleidung wird annähernd den Farben der Gardeuniformen angepasst.
Die „Maa-Gard“ des FKV 1911 wurde am 20. Sept. 1956 in tiefe Trauer versetzt. Ihr erster Ehrenritter, steter Gönner – Förderer und Freund, Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb ist verstorben. Der FKV 1911 und seine Maa-Gard werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Noch lange Jahre legt eine Abordnung des FKV 1911 und seiner Maa- Gard in den Vormittagsstunden eines jeden 1. Januar einen Kranz an seinem Grabe nieder.
Am 06. und 07. Oktober 1956 erfolgt erneut ein Besuch des FKV 1911 und seiner Maa-Gard bei den Schweizer Freunden.
Mit der Gründung der Maa-Gard war Wilma Rachel-Schramm zum Tanzmariechen avanciert und trat mit ihrem Tanzpartner Helmut Semmler bei Veranstaltungen auf. Im Laufe des Jahres 1956 wird unter ihrer Leitung ein Tanzcorps der Maa-Gard aufgestellt, welches bei der Eröffnung der Kampagne 1956/57 erstmals in die Öffentlichkeit tritt.
Im Laufe des Jahres 1956 wird auch der Fanfarenzug mit neuen Uniformen eingekleidet, die in ihrer Ausführung den Maa-Gard-Uniformen angepasst sind.
1957
Bei dem Neujahrsaufmarsch am 01. Januar 1957 empfängt Stadtrat „Treser“ die Garden auf dem Römerberg und nimmt die Glückwünsche an die Stadtverwaltung entgegen. Noch ist der Schock, den der plötzliche Tod unseres Ehrenmitgliedes und 1. Ehrenritters Dr. Walter Kolb auslöste, nicht überwunden.
Am 19. Januar 1957 fand die Gardesitzung der Maa-Gard des FKV 1911 im Volksbildungsheim vor ausverkauftem Haus statt.
Im Rahmen der Rosenmontagsbesuche am 04. März 1957 erstürmt die Maa-Gard das Funkhaus des Hessischen Rundfunks. Hierbei wird der Intendant, Herr Eberhard Beckmann, zum Ehrenritter der Maa-Gard geschlagen.
Diese Rosenmontagsveranstaltung hat zwischenzeitlich reichlich an Besuchsstationen zugenommen und ist zur Tradition geworden. Auch die Erstürmung des Hauses Kirchenbauer mit unserer Ex-Prinzessin „Erna I.“ ist bereits fester Bestandteil dieses Tages.
Der FKV 1911 und seine Maa-Gard hatte auch in der närrischen Kampagne 1956/57 ein reichhaltiges Programm zu bewältigen. Außer den Vereinsveranstaltungen wie Sitzungen, Maskenbällen usw. standen auf dem Terminplan bei Frankfurter und auswärtigen Freunden:
• am 23.12.1956, Bornheimer Karneval-Gesellschaft „Die Stutzer“
• am 30.12.1956, Höchster Schloßgarde
• am 01.01.1957, S.S.V. Raunheim
• am 01.01.1957, R.C.V. Rüsselsheim
• am 12.01.1957, R.C.V. Rüsselsheim
• am 13.01.1957, Jokusritter, Ludwigshafen
• am 26.01.1957, Rote Husaren, Kostheim
• am 26.01.1957, Schwedengarde, Gustavsburg
• am 27.01.1957, R.C.V. Rüsselsheim
• am 02.02.1957, Großkageli Mannheim
• am 03.02.1957, C.C. Weisenau
• am 09.02.1957, Möbelwagen, Stuttgart
• am 09.02.1957, Bornheimer Karneval-Gesellschaft 1901, Ffm.
• am 10.02.1957, Großer Rat, Frankfurt
• am 15.02.1957, Karneval-Verein Oppai
• am 16.02.1957, Langener Karneval-Gesellschaft
• am 17.02.1957, Heddernheimer Käwwern
• am 17.02.1957, Karneval-Gesellschaft Kaiserslautern
• am 24.02.1957, Karneval-Gesellschaft Bad Soden
• am 24.02.1957, R.C.V. Rüsselsheim
• am 01.03.1957, Prinzenvorstellung Theater
• am 02.03,1957, Erstürmung des Römers
• am 02.03.1957, Erstürmung 08/15
• am 03.03.1957, Fastnachtszug Frankfurt
• am 04.03.1957, Rosenmontagsbesuche
Am 07. April 1957 bei dem General Appel der Maa-Gard des FEV 1911 wird Gardekommandeur Willi Bender zum Marschall der Maa-Gard ernannt. Das Amt des Gardekommandeurs übernimmt Albert Morgenstern. Stellvertretender Kommandeur wird Karl Heinz Zetzmann. Leiter der Senatorengruppe wird Hans Göller.
Am 26. Mai 1957 war die Maa-Gard mit dem Fanfarenzug beim Groß-Gerauer-Frühjahrsmarkt.
Das Fanfarencorps konnte bei dem dortigen Wettstreit folgende Preise erzielen: 1x Preis der Fanfarenklasse A, den Stabführerpreis und den Festzugspreis.
Nachruf
Mit großer Trauer wird die Nachricht im Kreise der Mitglieder und vieler Karnevalisten aufgenommen: der Mitbegründer des FKV 1911, Ehrenvorsitzende und langjährige Präsident Heiner Rink ist am 26. März 1957 verstorben.
1958
Am 01. Januar 1958 werden die Garden beim Neujahrsaufmarsch von Oberbürgermeister Werner Bockelmann empfangen. Oberbürgermeister Bockelmann wird vom Marschall der Maa-Gard, Wille Bender, zum Ehrenritter der Maa-Gard geschlagen. Am gleichen Tage wird „Conrad Binding“, Direktor der Binding-Brauerei, auch zum Ehrenritter geschlagen.
Seit der Gründung der Maa-Gard und unserem ersten Ehrenritter, Herrn Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb, waren bis zum heutigen Tage mit einer Ausnahme, alle Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main Ehrenritter der Maa-Gard. Außerdem stehen viele Namen ehrenwerter Damen und Herren in der Liste unserer Ehrenritter, und es vergeht kaum ein Jahr, ohne dass es uns ermöglicht wird, einem verdienten Gönner oder einer Person aus der Öffentlichkeit die Ehrenritterschaft anzutragen.
FKV Prinzenpaar in der Kampagne 1958 sind:
Prinz Karl-Heinz I. und Prinzessin Monika.
Die närrische Kampagne war wieder voll ausgebucht mit Vereins- und jeglichen Fremdveranstaltungen. Auch die Rosenmontagsbesuche waren wieder erweitert, erstmals wird die Binding-Brauerei erstürmt.
Noch ein einmaliger Programmpunkt stand auf dem Terminplan. Die Maa-Gard besucht ihren stellvertretenden Kommandeur, Karl Heinz Zetzmann, im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, er hatte sich bei einer Vereinsveranstaltung einen komplizierten Beinbruch zugezogen.
Die Eröffnung der närrischen Kampagne 1958/59 am 09. November 1958 im Josefsheim, Bergerstraße, stand unter dem Motto „5 Jahre Maa-Gard“
Das Amt des Kommandeurs der Maa-Gard hatte Lorenz Beer übernommen.
1959
Beim Neujahrsaufmarsch am 01. Januar 1959 wird dem Marschall der Maa-Gard, Willi Bender, von Oberbürgermeister Werner Bockelmann die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main verliehen.
Nachdem am 10. Januar im Volkbildungsheim und am 24. Januar im Ratskeller zwei erfolgreiche Maskenbälle erfolgt waren, findet am 31. Januar 1959 in der Kongresshalle die große Prunksitzung des FKV 1911 – „Der Kongress der Narren“ – vor ausverkauftem Hause statt.
Diesen Namen hat die Hauptsitzung des FKV 1911 bis in die heutigen Tage behalten.
Am Rosenmontag, dem 09 Februar 1959, werden im Polizei-Präsidium Polizei-Präsident. Dr. Gerhard Littmann, und im Römer Obermagistratsrat, Herr Adolf Kohl, zu Ehrenrittern der Maa-Gard geschlagen.
Am 18. Oktober 1959 fand ein Vereinsausflug des FKV 1911 mit Endziel Hotel Hohemark statt. 35 Mitglieder trafen sich am Hauptbahnhof. Einige, denen das Laufen beschwerlich war, fuhren mit der Straßenbahn bis Hohemark, die anderen mit der Bahn nach Kronberg und wanderten zum Endziel Hohemark.
Kaum war das gemeinsame Mittagessen eingenommen, gab es eine Überraschung. Man hörte Fanfarenklänge und am Waldrand tauchten die Männer Ludwig Döhrens auf, und welch ein schönes Bild, dahinter unser Reitercorps hoch zu Ross. Nun war die Gruppe auf über 60 Personen angewachsen und es folgte ein vergnügsamer Nachmittag und Abend.
Bei der Generalversammlung 1959 übernimmt Walter Gross das Amt des 1. Vorsitzenden – Georg Schollmeier wird Ehrenvorsitzender des FKV 1911.
Die Saison 1959/60 beginnt am Freitag, dem 13. November 1959 um 20:11 Uhr mit der Eröffnungssitzung im Ratskeller. Pessimisten sagten: „wenn das mal nur nicht schief geht“. Aber es ging nicht schief, die Veranstaltung wurde wie immer im Ratskeller ein voller Erfolg.
1960
An Veranstaltungen folgten:
• am 31.12.1959, „Tanz ins Neue Jahr“ im Volkbildungsheim
• am 01.01.1960, „Neujahrsaufmarsch der Garden“
Der Präsident des Großen Rates, Herr Karl Linker, wird hierbei zum Ehrenritter der Maa-Gard geschlagen.
• am 23.01.1960, „Der Elfer-Maskenball“ im Volksbildungsheim
• am 24.01.1960, Karneval-Sitzung im Volksbildungsheim
• am 06.02.1960, „Bürgermaskenball“ im Ratskeller und den Römerhallen
• am 13.02.1960, „Kongress der Narren“, Prunksitzung in der Kongresshalle
• am 27.02.1960, „Fest der Maske“ im Ratskeller und den Römerhallen
• am 28.02.1960, Frankfurter Fastnachtszug, nach dem Zug Faschingstreiben im Ratskeller
• am 29,02.1960, Rosenmontagsbesuche und Erstürmungen
• am 01.03.1960, Kindermaskenball im Volksbildungsheim
• am 01.03.1960, Fastnachtskehraus im Volksbildungsheim
Bei der Generalversammlung 1960 übernimmt Wille Dickhard das Amt des Gardekommandeurs.
Am 07. August 1960 startete der FKV 1911 und seine Maa-Gard zum beliebten Sommerausflug. Mit der Straßenbahn ging es nach Oberursel und von dort per pedes nach Oberstädten. In einem luftigen Wirtsgarten wurde Station gemacht. Als am Nachmittag die bestellten zwei Musiker eintrafen und 70 Mitglieder beisammen waren, wurde im Saal weitergefeiert.
Nachruf
Am 29. August 1960 verstarb im Alter von 69 Jahren unser Kappenbruder und Ehrenmitglied Karl Kraus. Zusammen mit Heinrich Rink und Josef Schramm war er Mitbegründer des FKV 1911.
Ansonsten ist das Jahr 1960 voll ausgefüllt mit Vorbereitungen zum 50-jährigen Jubiläum in der kommenden Kampagne.
In Anbetracht ihrer Treue, die sie seit Jahren dem FKV 1911 und besonders der Maa-Gard bewahrt haben, wurde in der Kampagne 1959/60 an nachstehende Persönlichkeiten die Ehren-Mütze verliehen:
Herrn Oberbürgermeister Werner Bockelmann
Herrn Intendant des Hess. Rundfunks Eberhard Beckmann
Herrn Polizeirat Jordan
Herrn Direktor des Frankurter Verkehrsvereins August Staubesand
Deutsche Nestle A.G. Herrn Dir. Hoffmann
Exprinzessin „Erna I.“ Frau Erna Kirchenbauer
Firma Otto Feser Herrn Fritz Beimel
Direktor der Binding-Brauerei Herrn Conrad Binding
Stadtrat Herrn Dr. H. Grimm
Im Jahr des 50-jährigen Jubiläums fungiert das langjährige Ehrenmitglied, Willy Christ, Ex-Prinz der Erste von Frankfurt/Main 1935/36, als Präsident des Ehrensenates des FKV 1911.
Die Jubiläumskampagne 1960/61 beginnt für den FKV 1911 am Freitag, dem 11. November 1960 im Ratskeller, diesmal nicht als Sitzung aufgezogen, sondern als Eröffnungsfeier mit bunten Einlagen. Der Ehrenministerpräsident Lulu Zimmermann nahm die Vereidigung des Elferrates vor.
1961
Unter der Leitung von Gardekommandeur Willi Dickhard fand am 1. Januar 1961 der Neujahrsaufmarsch mit Beteiligung von 60 Garden statt. Es war eine imposante Veranstaltung, die wieder großen Anklang fand. Die Akademische Feier anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des FKV 1911 fand am 08. Januar 1961 im kleinen Saal des Volksbildungsheimes statt. Es waren die Vertretungen fast aller Frankfurter Karnevals-Vereine erschienen, sowie prominente Persönlichkeiten Frankfurts und ein Teil der Vereinsmitglieder. Nach Ansprachen, Ehrungen und Glückwunschüberbringungen erfolgten noch Ehrungen verdienter Mitglieder. Zum Abschluss dieser schönen und würdigen Feier lud man zu einem Sekt-Umtrunk ein, wobei es Gelegenheit gab, sich untereinander näher kennen zu lernen.
An Veranstaltungen im Jubiläumsjahr folgten:
• am 14.01.1961, Jubiläums-Maskenball im Ratskeller und Römerhallen
• am 21.01.1961, Bürgermaskenball im Ratskeller und Römerhallen
• am 29.01.1961, Karneval-Sitzung im Volksbildungsheim
• am 03.02.1961, Inthronisation des Frankfurter Prinzenpaares
• am 04.02.1961, Jubiläumssitzung „Kongress der Narren“ in der Kongresshalle
• am 05.02.1961, Erstürmung des Römers
• am 10.02.1961, Festvorstellung im Großen Haus
• am 12.02.1961, Frankfurter Fastnachtszug
• am 12.02.1961, „Fest der Maske“ im Ratskeller und Römerhallen
• am 13.02.1961, Rosenmontagsbesuche
• am 14.02.1961, Fastnachtszug in Heddernheim
• am 14.02.1961, nachmittags Kindermaskenball und abends Fastnachtskehraus im Volksbildungsheim
Außerdem hatte die Garde noch etliche auswärtige Termine zu bewältigen.
Am 08. April 1961 wird im kleinen Saal des Turnvereins 1860, Sandweg, die Generalversammlung abgehalten.
Das Amt des 1. Vorsitzenden übernimmt Heinz Schulz. Gardekommandeur wird Horst Wilhelm. Aufgrund eines Beschlusses der Generalversammlung werden die Frauen der verstorbenen Vereinsgründer geehrt.
Es werden zu Ehrenmitgliedern ernannt:
• Frau Elisabeth Rink
• Frau Mia Elsing, verw. Schramm
• Frau Rosa Kraus
Auch der Rest des Jubiläumsjahres 1961 ist ausgefüllt mit Zusammenkünften, Veranstaltungen und Ausflügen.
Unter dem Motto „In die Bütt – aus der Bütt“ startet der FKV 1911 am 10. November 1961 mit der Eröffnungssitzung im Ratskeller die Kampagne 1961/62.
Neuartig war dabei, dass man das Publikum über die gebrachten Vorträge abstimmen ließ. Ob das richtig war, mag dahingestellt sein, denn die Geschmäcker sind halt verschieden. Die Quintessenz davon war jedenfalls, nicht ein „Karnevalist“ sondern ein „Sänger“ errang den ersten Preis, man soll halt im „Karneval“ solche Abstimmungsmätzchen unterlassen.
